Gemeinde Gächlingen

 

Mit Volldampf in einen neuen Lebensabschnitt

  

Pünktlich um 15 Uhr wurde Martin Hofmann am 6. Juli 2012 mit seiner Schulklasse zur letzten Fahrt vom Schulhaus in die Turnhalle mit einem kleinen Dampfzug abgeholt. Nach 38 Jahren Schuldienst hat Lehrer Hofmann sich entschlossen, seinem Lebensweg eine neue Richtung zu geben.

Die Schülerschaft, das Lehrerkollegium und die Schulbehörde überraschten Martin Hofmann mit einer herzlichen Abschiedfeier. In den 38 Jahren als Lehrer durchlebte Martin Hofmann manche Veränderung in der Schule und musste sich den Neuerungen anpassen und im Schulalltag umsetzen. Die Schulpräsidentin Brigitte Schraff und sein längjähriger Lehrerkollege Werner Suter brachten dies in ihren Reden  mit Charme und Witz zum Besten. In über 30 Skilagern brachte Martin Hofmann den Anfängern die ersten Stemmbögen bei oder 1994 beteiligte er sich mit seinen Schülern an der Fernsehsendung 1,2 oder 3 und sie gewannen. 20 Jahre lang war er Schulvorsteher und verstand es die Balance zwischen Behörden und Lehrerschaft zu erhalten. Wenn es nötig war, kämpfte er mit Ausdauer und Geduld für die Sache der Schule.  In seinem Unterricht standen immer die Kinder im Vordergrund, die er ohne Druck und Drill unterrichtete. Sowohl den Kindern wie den Erwachsenen begegnete er mit in wertschätzender Haltung, Respekt und Toleranz. Denn, wie er jeweils sagte, wolle er sich im Spiegel selbst in die Augen schauen können.

Ein grosses Anliegen war Martin Hofmann immer die Beziehung zum Dorf. Sowohl war es ihm wichtig, dass die Schüler ihr Dorf kannten als auch er selbst engagierte sich fürs Dorf. Ein besonderer Verdienst von ihm ist dass, er das Teatro Mobile alljährlich nach Gächlingen holt. Unvergesslich sind seine Auftritte in der Theatergruppe des Gemischten Chors. Diese Gruppe liess es sich nicht nehmen an der Abschiedsfeier einen Sketch für Martin zu spielen. Seine Pünktlichkeit, seine Ordnungsliebe, seine Reisefreudigkeit und seine Begeisterung für Modelleisenbahnen waren die Kernpunkte in diesem kleinen Stück.

Besonders herzlich verabschiedeten die Schüler Martin Hofmann unter der Leitung von Sven Mezulat mit einem Lied und dem Gedicht des Herrn von Ribbeck als Rap. Temperamentvoll verabschiedete sich Sven Mezulat als sein Nachfolger mit der Hoffnung weiter ab und zu miteinander essen zu gehen und interessante Gespräche zu führen. Zum Schluss der kleinen Feier bedankte sich Martin Hofmann für die gelungene Überraschung und meinte, dass er den schönsten Beruf gewählt hat. Doch nach 53 Schuljahren inklusive seiner eigenen, sei nun genug. Das Einzige, das er vermissen werde, sei der Witz und Charme der Kinder. Als Dank für seinen Einsatz  überreichte ihm Brigitte Schraff  eine Tasche mit allem Nötigen für eine Reise nach Hamburg und „Machs guet Martin Hofmann“. A.I.