1. Augustfeier in Gächlingen 2015

Das Glück kommt nicht ganz von allein

Text von Marianne Näf-Bräker,

„Echtes Glück ist, wenn es allen gut geht und es möglichst wenig Verlierer gibt.“ Die SP-Nationalrätin Martina Munz setzt sich dafür ein, dass die Menschen in der Schweiz auch in Zukunft zu den Glücklichen dieser Welt gehören. In ihrer 1.August-Rede warf sie einen Blick in die Geschichte. Vor 150 Jahren gab es einen regelrechten Flüchtlingsstrom aus dem Klettgau. Ein Achtel der Gächlinger Bevölkerung wanderte aus, um dem Hunger zu entfliehen. Parallelen zu den Flüchtlingsgeschichten von heute sind nicht zu übersehen: die Schlepper von damals hiessen Auswanderungsagenten und verlangten horrende Summen für ihre „Hilfe“, Gemeinden entzogen den Auswanderern das Heimatrecht, wirtschaftliche Not war und ist der Antrieb zur Flucht. Dass sich die Lebensbedingungen in unserer Region und unserem Land für eine Mehrheit zum Besseren entwickelt haben, hat verschiedene Gründe. Ein Meilenstein war der Zugang zu Bildung für alle. Die Nationalrätin unterstützt die glückliche Verbindung von Bildung und Praxis in unserem Ausbildungssystem, welche zu wirtschaftlichen Innovationen führte. Sie verschweigt nicht, dass es Berufsgruppen gibt, die noch zu wenig unterstützt werden. Das Gesundheitswesen könnte ohne ausländisches Fachpersonal nicht funktionieren. Regelmässige Weiterbildung von Arbeitnehmern, Tagesstrukturen für Kinder von gut ausgebildeten Müttern sind Projekte, von denen alle Beteiligten nur profitieren. Sie könnten dazu beitragen, dass weniger Arbeitskräfte zuwandern müssten und der Glücks-Index in unserem Land weiterhin zu den höchsten gehört.
Das Glück im Spiel winkte anschliessend beim Lotto. In der gut besetzten, festlich geschmückten Turnhalle freuten sich Mitspieler aller Generationen über attraktive Gewinne. Die Musikgesellschaft unter der Leitung von Christian Salvisberg umrahmte die Feier mit beliebten Stücken aus ihrem Repertoire und begleitete das Singen der Landeshymne. In der Festwirtschaft kümmerten sich die Damen der Frauenriege und ihre Helfer um ein reiches Salat-, Grill- und Kuchenbuffet. Nach dem Eindunkeln starteten einige Familien zum Lampionumzug, der das 1.Augustfeuer zum Ziel hatte. Das Zitat aus der Ansprache spiegelte sich in den zufriedenen Gesichtern von Organisatoren und Teilnehmern: „Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.“

Bilder von Michael Kessler