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Keramikscherben erzählen von den ersten Gächlingern(Text und Bilder von Marianne Näf)

In systematischen Grabungen nahmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kantonsarchäologie über 1,5 Tonnen Fundmaterial aus Gächlingen mit und untersuchten es. Was sie dabei entdeckt haben, liegt nun in einem Buch vor und wurde am letzten Samstag im Juni der Öffentlichkeit vorgestellt.

„Ein Stück Vergangenheit liegt unter uns.“ So begrüsste die Kantonsarchäologin Katharina Schäppi die zahlreichen Gäste bei der Vernissage des zehnten Bands der Reihe „Schaffhauser Archäologie“. Der Anlass fand in der Turnhalle Gächlingen statt, weil in deren unmittelbarer Nachbarschaft sensationelle Funde entdeckt wurden. Dass diese Gegend bereits in der Jungsteinzeit besiedelt war, liessen erste Bandkeramik-Funde 1951 vermuten. Allerdings blieb damals der eigentliche Wohnplatz unklar, weil das Material verlagert worden war. Erst die Funde des 16jährigen Schülers Kurt Altorfer im Jahr 1984 bestanden aus Material, das nicht verlagert worden war. Somit war klar: An dieser Stelle lebten ca. 5000 v. Chr. Bauern, die sich einen festen Wohnsitz gebaut hatten. Kurt Altorfer wurde Archäologe und spezialisierte sich auf Feuersteinstücke aus der Jungsteinzeit. So lag es nahe, dass er von 2001 bis 2006 mehrere Grabungsprojekte in den Gächlinger Goldäckern leitete und die Funde auswertete. In dieser Arbeit wurde er von verschiedenen Spezialisten unterstützt, vor allem von der Mitautorin Chantal Hartmann, welche die über 40‘000 Fundgegenstände ordnete. Fundgegenstände, die etwa 7000 Jahre alt sind, bestehen in erster Linie aus Keramikscherben und Steingeräten und können nur durch gründliche Dokumentation und Forschung Aufschluss über die Lebensweise und Ereignisse unserer Vorfahren geben.

Schaf- und Ziegenhalter produzierten Gefässe und Arbeitsgeräte

Die ersten Bauern, die sich in den Gächlinger Goldäckern niederliessen, pflegten bisher eine nomadenhafte Lebensweise und stiessen im Rahmen einer Wanderungswelle aus Südfrankreich bis nördlich des Rheins vor. Offenbar schien ihnen der bewaldete, steinreiche Platz mitten im heutigen Klettgau geeignet, um sich sesshaft zu machen. Die neue Lebensweise erforderte andere Werkzeuge und Alltagsgegenstände. Diese stellten sie selber aus Steinen der Umgebung und weiterem Rohmaterial her. Durch die Funde konnten ca. 23 Häuser nachgewiesen werden, kleine Gehöfte, die miteinander vernetzt waren. Die Archäologen sind sich jedoch sicher, dass die Siedlung grösser war. Bei den Grabungen wurde sehr viel Material aus der La Hoguette-Kultur gefunden und dabei ein neues Dekomuster entdeckt.
Zu Beginn der Veranstaltung überreichten Martin Kessler als Vorsteher des Baudepartemets und André Bachmann als Gemeindepräsident ihre Grüsse und Glückwünsche zur neuen Publikation. Passend zu den Steinfunden brachte Beat Weyeneth seine Stein-Instrumente zum Klingen. Mit Feilen, Holzstäben, rollenden Steinen oder den flachen Händen entlockte er den Serpentinplatten langgezogene Töne, rhythmische Schläge und glockenähnliche Klänge. Steine können vielseitig Geschichten erzählen.

 

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