Wirtschaft und Galerie unter einem Dach   Bericht und Bilder von Marianne Näf

Am Chilbi-Samstag wurde im Restaurant Haumesser eine Kunst-Galerie mit Bildern von Bruno Giacobbo eröffnet.

Gegenstände aus dem Alltag, die im Alteisen oder im Brockenhaus gelandet sind,  bekommen bei ihnen ein neues Leben. In Margrit Wäckerlins Gaststube könnten Tische, Suppenschüsseln und Strumpfkugeln ihre Geschichten erzählen. Das schmucke Höfli mit Gartenwirtschaft entpuppt sich als wahre Augenweide. In den letzten Wochen hat Bruno Giacobbo mit seinen Blechcollagen das „Haumesser“ zu einer Galerie ergänzt. Hinter dem Scheunentor eröffnet sich eine verspielte Ausstellung mit Werken des Bildermachers, der nach seiner Lehre als Innendekorateur Pavillons für Ausstellungen projektierte und antike Möbel restaurierte. Seit 20 Jahren entstehen in seiner Werkstatt Bilder und Skulpturen aus verschiedenen Materialien.

Bilder zum Anfassen und Schmunzeln

Der 72jährige Bruno Giacobbo ist ein Schaffer – aber kein verbissener. Mit Freude und Fantasie komponiert er Blechteile zu Bildern. Sein Motto: „Wer mit Fundstücken arbeitet ist nicht allein, denn die Materialien haben ihre Vorgänger.“ Statt Illusionen gibt es bei ihm ein Bild mit dem Titel „Alusion“, auf dem er leere Getränkedosen zu einer Collage zusammengesetzt hat. Als „Wald-Lichtung“ hat er ein bestehendes Waldbild mit einer Lampe und deren Lichtkegel übermalt. Es gibt nicht nur Blechkunst zu sehen. Der Rheinauer Bildermacher hat zuerst mit Papierschichten gearbeitet, denen er Tiefenwirkung gab, indem er untere und obere Schichten nebeneinander wirken liess. Die Idee holte er sich an „verunstalteten“ Plakatwänden. Mit der Zeit begannen Besucher seiner Ausstellungen diese Technik der Décollage zu kopieren. Das gab ihm den Antrieb, sich neuen Materialien zuzuwenden. So ist er auf das Blech gekommen. Ein Vorteil ist dabei, dass dieses Material nicht nur zu Wandbildern sondern auch zu räumlichen Figuren ergänzt werden kann. So steht im Haumesser-Höfli ein Blech-Junge vor der Hauswand, der zu pinkeln scheint. Die Blechbilder präsentieren sich überraschenderweise nicht grob, sondern sind mit liebevollen und witzigen Details ausgestaltet. Besucher ohne Berührungsängste sind willkommen. Fasziniert erzählt der Bildermacher, wie eine Gruppe von Blinden seine Bilder begreifen konnten. Übrigens: Auf jedem echten Giacobbo findet sich ein kleiner Radfahrer.

Austausch zwischen Kornhaus und Haumesser

Die Galerie ist immer während den Restaurant-Öffnungszeiten (Mo und Do-Sa) ab 16 Uhr geöffnet oder nach telefonischer Vereinbarung mit Margrit Wäckerlin (052 681 11 47). Die Ausstellung bleibt in Bewegung, weil das kreative Schaffen weiter geht und in der Galerie zum Kornhaus in Rheinau weitere Bilder auf einen Aufenthalt im Gächlinger Haumesser warten. Es lohnt sich also auch für Stammgäste, ab und zu einen Blick in die Wechselausstellung zu werfen.