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Schaut euren Wald an! (Text und Bilder von Marianne Näf)

Am vergangenen Samstag konnten sich die Einwohner von Gächlingen über den Zustand und die Bewirtschaftung ihres Waldes vor Ort informieren. Dabei waren vor allem der Klimawandel und die Bedrohung einzelner Baumarten ein Thema.

Die Gächlingerinnen und Gächlinger besuchen „ihren Wald“ eher selten, weil die Distanz zum Dorf recht gross ist. Deshalb nahmen gut 20 „Waldbesitzer“ die Einladung des Gemeinderats an, einen Teil des Waldes in der Nähe der Pflummhütte zu besichtigen. Der Gächlinger (und Siblinger) Förster Markus Brändli wies auf die Besonderheiten des Gemeindewaldes hin: die Deponien und das Naturwaldreservat. Nach einem Blick auf den Waldplan erklärte er, dass vor allem der Bestand der Nadelbäume massiv reduziert wurde, da diese von Sturm- und Käferschäden in den letzten Jahren am meisten betroffen waren. Momentan sind es aber die Laubbäume, die dem Förster und seinem Team viel Sorgen und Arbeit bereiten: Eschensterben und Trockenheit wurden an diesem Nachmittag häufig erwähnt.

Professionelle Holzfäller und Waldpfleger

Auf einem grossen Anhänger fuhren die Besucher zum „Buckfore“, wo sie eine grosse Anzahl Eschen besichtigten. Auf den ersten Blick erscheinen diese grün und gesund. Doch der Schein trügt: Der Pilz, der sich seit 25 Jahren von Osten her durch Sporrenflug verbereit, hat das alte Holz längst befallen und bedroht 95% der schnellwachsenden Schattenbäume. Es gibt kaum Ersatz für diese Baumart, die im Ökosystem die jungen, langsamwachsenden Arten schützt. Dass nicht nur Eschen absterben, konnten die Besucher an der nächsten Station erleben. Eine hohe Buche musste gefällt werden. Heikel an dieser Operation war, dass der Stamm möglichst wenig erschüttert werden durfte, um das Herabstürzen der morschen Krone zu vermeiden. Das Zugseil war bereits am Traktor befestigt, um die Fallrichtung zu bestimmen. Der Forstarbeiter Björn Wagenbrenner unterstützte dies durch den Negativschnitt am Stamm, so dass der gewaltige Baum ohne Gefährdung in die Arbeitsgasse krachte. Eindrücklich war der totale Zerfall der abgestorbenen Baumkrone. Gut, waren hier die Profis am Werk!
Im Hohmet genossen die Gächlinger den Einblick in ein gut erhaltenes Waldstück mit uralten Eichen und Wildschweinsuhlen. Hier wurde klar, dass der Wald nicht nur einen Materialwert hat. Er ist Erholungsraum, Wasserspeicher, sorgt für gesunde Luft und dient dem ökologischen Gleichgewicht. Dass letzteres durch die Klimaveränderung in Gefahr ist, wurde an diesem Nachmittag sichtbar. Herkömmliche Baumarten haben Mühe, mit der grossen Trockenheit zurechtzukommen und werden anfälliger auf Krankheiten. Junge Bäume, welche die Erwärmung gut ertragen, werden da und dort gepflanzt, müssen sich aber in den nächsten Jahren noch entwickeln. Erfüllt mit besorgniserregenden und hoffnungsvollen Eindrücken, liessen die Waldbesitzer den Nachmittag bei Wurst, Bier und Most ausklingen.

 

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