Ein Gächlinger als Pistenbullyfahrer im Einsatz Direct-Links


Bereits seit acht Jahren ist Raphael Schellenberg im Winter im Skigebiet Hasliberg mit seiner Perle, wie er sein Pistenfahrzeug liebevoll nennt, unterwegs. Es ist sein Team, die Abwechslung zu seiner Arbeit im Sommer und die Liebe zu Maschinen, die dem dreissigjährigen Gächlinger Spass machen.

Gächlingen.
Mit seiner Perle ist Schälli, wie er von seinen Arbeitskollegen gerufen wird, von Dezember bis März fünf bis sechs Tage pro Woche hauptsächlich am Abend und in der Nacht unterwegs. Wenn die Schneesportler ins Tal zurückkehren, fahren die acht Fahrzeuge der Haslibergcrew aus der Garage und die Arbeit der Pistenbullyfahrer beginnt. Jeder Fahrer ist grundsätzlich für einen anderen Teil des Skigebiets verantwortlich, doch am Ende helfen sich die Fahrer noch gegenseitig mit der Fertigstellung der Pisten, so dass sie alle zur gleichen Zeit Feierabend haben. Feierabend bedeutet für Schälli und seine Kollegen, dass sie in der Nacht um circa drei Uhr noch zusammen plaudern und etwas trinken.

Neuschnee bedeutet Arbeit
Wintersportler freuen sich im Normalfall über Neuschnee, für die Pistenpräparierung bedeutet dies aber immer mehr Arbeit. Wenn über 50 Zentimeter Neuschnee fallen, verdoppelt sich die Arbeit auf der Piste. Hinzu kommt dann auch die Lawinengefahr.
"Es kam auch schon vor, dass eine Lawine am frühen Morgen eine meiner präparierten Pisten kreuzte, aber an diese Gefahr darf man nicht immer denken", erzählt Raphael Schellenberg. Man müsse jedoch den Kopf bei der Sache haben, konzentriert arbeiten und sich des Risikos bewusst sein. Auch Nebel kann für die Fahrer sehr mühsam sein. Obwohl die Fahrzeuge mit modernster Technik ausgerüstet seien und Schälli die Pisten bestens kennt, ist es doch ein spezielles Gefühl, wenn er mit seiner zehn Tonnen schweren Maschine unterwegs ist und nur von Markierungspfosten zu Pfosten sehen kann. Der Spurassistent hilft ihm dann aber die richtige Richtung zu finden.

Schälli präpariert die kritischen Stellen auf der Piste
Mit der linken Hand steuert man die Pistenraupe, mit der rechten Hand bewegt man das Schneeschild auf und ab und hin und her. Ein Blick auf den Computer verrät einem wie viel Schnee auf der Piste liegt und wo die Schneehöhe kritisch ist. Für optimale Verhältnisse ist es nützlich, wenn man so viel Schnee wie möglich auf der Piste hat. Dafür schieben die Fahrer auch Schnee von abseits herbei. Schälli ist im Hasliberg dafür bekannt, dass er immer irgendwo Schnee findet und damit Löcher auf den Pisten flicken kann. Oft erhält er während der Arbeit eine Nachricht per Funk, dass es noch eine Stelle für ihn zu präparieren gibt. Den Dialekt seiner Kollegen hat der gebürtige Gächlinger bereits angenommen und so antwortet er ihnen im Haslitalerdialekt. "Sonst würden mich diese Haslitaler ja nicht verstehen", schmunzelt er.

Eher Zufall als ein Bubentraum  
Obwohl Raphael Schellenberg den Schnee liebt und gerne Snowboard fährt, ist der Job des Pistenbullyfahrers nicht schon seit jeher sein Traum. Viel mehr übte er vor acht Jahren im Chläggi einen Job aus, der ihm vor allem im Sommer Arbeit brachte. So suchte er sich spontan eine Beschäftigung für den Winter und kam auf die Idee der Pistenpräparierung. Seine Bewerbung als Pistenraupenfahrer schickte er an verschiedene Bergbahnen in der ganzen Schweiz und die Hasliberger wollten ihn dann sofort einstellen. Mittlerweile gehört er bereits zu den geübtesten Fahrern seines Teams. «Wenn du das Flair für das Bedienen einer Maschine mitbringst, brauchst du eine Saison, bis du eine gute Piste präparieren kannst. Mit jeder Saison lernst du aber dazu und verbesserst deine Fertigkeiten», führt der gelernte Zimmermann und Landwirt aus. 

Die Liebe zum Hasliberg
Raphael Schellenberg ist jede Nacht allein mit seinem Fahrzeug unterwegs und bekommt selten eine direkte Rückmeldung zu seiner Arbeit. Er transportiert aber auch ab und zu Material und Gepäck zu den verschiedenen Lagerhäusern, da er ein Fahrzeug ohne Seilwinde fährt und kommt so ins Gespräch mit denjenigen, die «seine» präparierte Piste nutzen. Gerne präpariert Schälli Pisten bei kalten Temperaturen. Nassschnee hingegen schiebt er nicht gerne vor sich her. So ist er dann auch nicht nur traurig, dass Ende März die Wintersaison im Hasliberg zu Ende geht. Da er nun einen flexiblen Arbeitgeber im Klettgau hat, kann er nach der Zeit als Pistenbullyfahrer wieder an seinen «Sommerarbeitsort» zurückkehren. Ob er noch einen Winter mit seiner Maschine im Hasliberg unterwegs ist, hängt nicht mehr nur von Raphael Schellenberg selbst ab. Er hat im Haslital auch seine ganz persönliche Perle gefunden.
(bem)
 

Raphael Schellenberg vor «seinem» Pistenfahrzeug.

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