Herbstfest Gächlingen – Prognose: aussergewöhnlich schön       Bericht  von Andrea Iten

Dick und behäbig sass der Wettergott auf dem Gemeindehausbrunnen unter einem riesigen Regenbogen und liess die Scharen von Besuchern in gnädiger Stimmung  an sich vorbeiziehen. Donner, Blitz, Regenschauer und Kälte verbannte er in die hinterste Ecke seines Reichs und liess das Herbstfest am vergangenen Sonntag in Gächlingen im goldenen Oktober Sonnschein erstrahlen.

Das OK Herbstfest liess sich zum Thema „Wättermacher“ einiges einfallen und präsentierte den etwa 5000 Besuchern eine abwechslungsreiche, interessante Ausstellung. Das Wetter, ein Alltagsthema, das die Gemüter erhitzen lässt, wurde von all seinen angenehmen und unangenehmen Seiten her beleuchtet.  Am südlichen Eingang der Dorfstrasse empfing der Wind die Besucher, von der leichten Brise bis zum vernichtenden Sturm. In diesem Jahr wurde der Wind künstlich erzeugt, damit sich die Windräder drehten. Am nördlichen Eingang befand man sich gleich mitten im Winter.  Mit Sondiersonden wurden Barbiepuppen aus den Schneemassen (Sandhaufen) einer Lawine gerettet und mit dem Sondierungsgerät Chips geortet. In der Mitte der Ausstellung befand sich das Unwettergebiet mit Nebelbänken, Regenschauern und Gerölllawinen und vor dem Gemeindehausbrunnen zu Füssen des Wettergottes herrschte eitel Sonnenschein mit Strand- und Badeszenen. Mit Vergnügen zogen die Besucher unter der Regenfront durch um sich anschliessend am Badestrand im Liegestuhl trocknen zu lassen.

Zum Thema Wetter gehört natürlich auch die Prognose. Von der wissenschaftlichen Seite von Meteo Schweiz über die Bauernregeln bis hin zum Muotataler Wetterfrosch waren alle Wettervorhersagen vertreten. So sagte der Muotataler Wetterfrosch einen voraussichtlich kalten, strengen Winter voraus.

Die Kraft der Sonne und des Windes wurde an Modellen zur Stromerzeugung demonstriert. Auf grosses Interesse stiess die Demonstration mit Petflaschen und Sonneneinstrahlung zur Gewinnung von keimfreiem Wasser.

Neben der Ausstellung zeigten das Gächlinger Gewerbe und die Rebbauern ihre neusten Erzeugnisse und Dienstleistungen und luden gerne zu einem kleinen Schwatz mit einem Glas Gächlinger Wein ein. Eine Augenweide war natürlich wieder der Stand der Landfrauen mit einer Vielfalt von Backwaren wie Brote, Zöpfe, Kleingebäck, Rickli, „Tubakrollen“, Guetzli und den legendären „Birreweggen“. Der Ansturm war dem entsprechend gross und schon im Nachmittag war alles verkauft.

Auch in den Vereinsbeizen ging es hoch zu und her. Überall brauchte das Küchen- und Servicepersonal flinke Hände und Füsse. Ganz besonders attraktiv und übervoll war es im  Zelt der Musikgesellschaft mit den Konzerten des Musikvereins Aadorf und des Tambourenvereins Schaffhausen.

Wer sich vom Getümmel etwas erholen wollte, machte einen Spaziergang, weiter durchs Dorf, an den schön geschmückten Dorfbrunnen vorbei. Amüsant wurde es, wenn man bei den Brunnen verweilte und etwas genauer hinschaute: Bauernregeln, der Wetterfrosch, der sich als Froschkönig tarnte und die sprachlichen Stilblüten der SF Meteo Wetterfrösche.

Mit dem Sonnenuntergang neigte sich das sehr erfolgreiche Gächlinger Herbstfest dem Ende entgegen. In den Beizen wurde natürlich noch bis spät in die Nacht weiter gefeiert, aber das Gros der Besucher befand sich bereits auf dem Heimweg mit der Erkenntnis: „Kräht der Hahn auf dem Mist, wird das Wetter schön oder bleibt wie es ist.“  A.I.