Herbstsonntag in Gächlingen                                                                Bericht von Andrea Iten
 

Zwei Hände – Zehn Finger

Bei herrlichem Wetter empfing  Gächlingen seine vielen Besucher am Herbstfest mit offenen Händen. Schon am Eingang der Ausstellung „Vo Hand“ flatterten verschiedene Handgebilde den Gästen entgegen und das Festabzeichen war natürlich eine kleine Hand aus Ton. Das OK Herbstfest liess sich zu diesem Thema allerlei einfallen, das die Besucher zum mitmachen und ausprobieren herausforderte. Schon in der Nähe des Eingangs wurden die Besucher ermuntert ihre Fingerabdrücke zu deponieren.

Mit grossem Vergnügen schauten die Besucher den beiden Waschfrauen zu, die gekonnt mit Waschzuber, Waschbrett und der mit Holz beheizten Waschküche hantierten. Gleich daneben versuchten die drei Drescher mit dem Dreschflegel im Takt das Brotgetreide zu dreschen. Zum gemütlichen Hinsetzen und Schlangenbrot backen forderte die Jungschar in ihrem Wäldchen Gross und Klein auf.

Gross war der Andrang bei der Schmiede, wo die beiden Kunstschmiede die Besucher in Kunst des Messerschmiedens einführten. Auf dem Gemeindehausbrunnen massen sich verschiedene Zweierteams mit der Handsäge im Wettsägen.

Neben Handfertigkeit und Kraft wurde auch Fingerfertigkeit und Feingefühl von den vielen verschiedenen Händen gefordert. Die Besucher konnten sich im Leder nähen, Weiden flechten oder malen üben. Wie aus einem unscheinbaren Stein mit dem richtigen Schliff ein edler Stein entsteht, bestaunten die Gäste beim Edelsteinschleifer. Feingefühl erforderte das Glasformen und kunstvoll bemalen beim Glasbläser und Glasmaler.

Wer sich von den vielen Eindrücken etwas erholen wollte, liess sich bei der Wahrsagerin aus der Hand lesen  oder stellte einen Antistressball aus einem Ballon her oder legte sich bei der Kosmetikerin auf die Massagebank für eine Hot Stone Massage.

Die Eselin mit ihrem Fohlen, die beiden Ziegen und natürlich die Minipigmutter mit ihren vier Ferkeln waren ein grosser Anziehungspunkt zum Streicheln sowohl für Kinder, wie auch Erwachsene. Grossen Eindruck machte den Zuschauern der Stand der Reha-Klinik Bellikon mit Handprothesen und Informationen über die menschliche Hand.

Neben der Ausstellung zeigten das Gächlinger Gewerbe und die Rebbauern ihre neusten Erzeugnisse und Dienstleistungen und luden gerne zu einem kleinen Schwatz bei einem Glas Gächlinger Wein ein. Eine Augenweide war natürlich wieder der Stand der Landfrauen mit einer Vielfalt von Backwaren wie Brote, Zöpfe, Kleingebäck, Rickli, „Tubakrollen“, Guetzli und den legendären „Birreweggen“. Passend zum Thema führten die Landfrauen die Gäste in das Geheimnis des Ricklibackens ein. Der Ansturm war dem entsprechend gross und im späten Nachmittag war alles verkauft.

Auch in den Vereinsbeizen ging es hoch zu und her. Überall brauchte das Küchen- und Servicepersonal flinke Hände und Füsse.

Wer sich vom Getümmel etwas erholen wollte, machte einen Spaziergang, weiter durchs Dorf, an den schön geschmückten Dorfbrunnen vorbei. Beim Eindunkeln hiess es dann: Aufräumen um das Dorf allmählich wieder dem Alltag zu übergeben. Es war ein herrliches Herbstfest und wir freuen uns auf das nächste im Jahr 2010. A.I.