Vereinsreise am 9. und 10. August 2014 ins Unterengadin    
Text von Marianne Näf, 

Reise mit kulinarischen Höhepunkten

 

Zwölf Turnerfrauen aus Gächlingen genossen das Wanderwochenende im Unterengadin. Dass sie dabei mit Spezialitäten aus der Region verwöhnt wurden, verlieh der Reise eine besondere Note. Auch kulturell gab es einiges zu entdecken.

Bereits bei der Ankunft in Lavin gaben die Reiseleiterinnen bekannt, dass es hier die besten Nusstorten gebe. Deshalb war ein Besuch im Café der bekannten Bäckerei unumgänglich, obwohl sich eine Regenfront ankündigte. Tatsächlich fielen schon die ersten Tropfen, kaum hatten sie das Dorf in Richtung Guarda verlassen. Bei der Ankunft in der „Schellenursli-Heimat“ waren alle durchnässt. Anstelle des vorgesehenen Picknicks gab es Gerstensuppe und Heidelbeerkuchen im Restaurant. Wetterradar, Apps und der Gastwirt gaben verschiedene Prognosen ab, wie lange der intensive Regen dauern würde. Der Wirt behielt recht: Eine halbe Stunde nach dem Mittagessen konnten Regenschutz und Schirm eingepackt werden. Bei Sonnenschein kam die Gruppe in Ardez an, wo sie im Hotel das Gepäck deponieren konnte. Für langjährige Vereinsmitglieder war es keine Überraschung, als sie feststellten: Das Unterengadin war die einzige Region der Schweiz, die an diesem Tag nass wurde – typisches Frauenriegenwetter.
Nun ging es auf Entdeckungstour im Vorzeigedorf der romanischen Wohnkultur. Mit grossem Aufwand und viel Geld haben in den letzten Jahren fast alle Gebäude im 400-Seelen-Dorf eine gründliche Renovation erhalten. Wohnpaläste mit Wandbildern und umgebaute Scheunen präsentierten sich fotogen, überragt von der Ruine Steinsberg. Gastfreundlich zeigten sich der Hotelier und seine Küchencrew: Von Capuns über Pizokels und regionalem Lammfleisch bis zum Röteli-Parfait kam alles auf den Tisch.
Am zweiten Tag war das Wanderziel wieder Ardez, diesmal von Scuol her, über den Höhenwanderweg. Durch die Regenfälle der vergangenen Tage glich der Weg stellenweise einem Bachbett. Die grossartige Aussicht auf verschneite Gipfel, Blumenwiesen und wilde Wälder liess die Augen satt werden. Zurück zu Kulinarischen: Auf der Alp Laret wollten eigentlich die meisten nur etwas trinken. Als die Frauen jedoch die Kaiserschmarrn mit Preiselbeeren erblickten, war klar: das können wir uns nicht entgehen lassen. Die Alp mit den glücklichen Hühnern, welche die frischen Eier für die Spezialität lieferten, wird in bester Erinnerung bleiben. Entlang des Tasna-Baches führte der romantische Weg zurück zum Dorf, wo im Hotel das schwere Gepäck wartete. Dieser Wandertag hat nicht nur kulinarisch den Geschmack der Gächlingerinnen getroffen
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Bildergallerie    Bilder von Marie-José Otten