Frauenriegnreise 2015 Bettmeralp

Liebe Turn-Freundinnen,

Eigentlich wollte ich gar nicht mitgehen, letztes Jahr hatte mir danach 3 Tage lang jeder Knochen wehgetan. Zuviel ist zuviel und mit 59 Jahren bin ich einfach keine Sportkanone mehr. Und ehrlich, muss ich das? MMMhhhhhh, nö.

Nun habe ich mich doch angemeldet, ich kann doch die Frauen nicht im Stich lassen, ansonsten droht die Reise mangels Teilnahme ganz ins Wasser zu fallen. Und das will ich auch nicht, Ruth hat sich auch schon so viel Mühe mit der Vorbereitung gegeben.

So am Donnerstag 6. August bereite ich abends alles vor, so wenig wie möglich, dass es in den Rucksack passt. Das Wetter soll gut werden, eventuell Gewitter, wir werden sehen. Zu Jeannette gehe ich noch, sie leiht mir den Regencape, den Rucksack und die Schuhe. Ich habe immer noch keine komplette Wanderausrüstung, die Schweizer werden mit Wanderstiefeln geboren, da ist was dran. Ich komme aus der Mosel und in Metz ist es ganz flach.

Samstag morgen klingelt der Wecker um 5h25, mein Gott, was tue ich mir hier an. Aufgestanden, Katze ist sehr erstaunt, wenn sie eine Uhr hätte, würde sie sicherlich auf die Pfote gucken. Nach dem Duschen packe ich die letzten Sachen ein, Günter hat mir Kaffee gekocht und Brote geschmiert, super. Ab zum Bus, in der Zwischenzeit ist es 6h25, der Bus kommt um 6h31. Die Mädels sind auch schon alle da. Wir sind 11 geworden.

Rosemarie grüsst die Busfahrerin herzlich. Sie kennen sich... Schaffhausen  HB wir steigen fröhlich aus und in den Zug nach Zürich Dann in Züri hop hop, wir haben nur ein paar Minuten zum Umsteigen. Alle haben’s geschafft. Dann noch mal umsteigen, wir müssen nie lange warten. Im Zug wird geredet, erzählt, gelacht.

Gegen 11 Uhr kommen wir an. Dann noch die Gondel nehmen, Waouh, was für ein Anblick. Und es geht steil nach oben. Mit uns steigen Golfer mit Caddy ein. Hä, wo wollen die denn hin, elegante Frauen mit teuren Klamotten...

Angekommen auf der Riederalp wird mir klar. Hier gibt es ein Golfplatz, und alles ist autofrei. Himmlische Ruhe. Wir spazieren gemütlich zum Hotel und deponieren unser Gepäck in einem eigens dafür hergerichteten Raum. Es ist zu früh, um die Zimmer zu beziehen.

Wir trinken auf der Terrasse Kaffee oder ein kühles Getränk. Heute ist es ein wunderschöner Sommertag, und das auf 2000 m.

Wir beschliessen gleich, zum Gletscher zu wandern. Schnell das Geld noch verstauen und ab zur Moosfluh. Ich bin gespannt. Wir nehmen die Gondel, uns fehlen nur die Schiier unter den Füssen. Wie ist es schön in der Schweiz.

Hoch oben laufen wir dann im gemütlichen Tempo einen schmalen Pfad und geniessen die herrliche Aussicht auf den Aletschgletscher. Zwischendurch machen welche von uns eine ausgedehnete Pause, ein bisschen knabbern, etwas trinken, weitergehen. Dann treffen wir die andere Gruppe, die genauso Pause gemacht hat, von wegen zielstrebig KM laufen. Alle geniessen den Hochsommertag.

Wir kommen an einem Kaffee-Restaurant an und gönnen uns eine ausgedehnte Pause/Mahlzeit. Bis zum Abend ist es schliesslich noch lang. Ich esse mit Rosemarie ein Vesperbrett mit Käse und Bündnerfleisch, wie lecker. Es ist in der Zwischenzeit 15h30. Irgendwann gehen wir zum Dorf wieder runter zum Hotel.

Jetzt sind unsere Zimmer bezugsfertig und wir gehen hin. Ich fühle mich topfit, gegen 17.00 gehe ich nochmal raus und schaue mir die Riederalp an, setze mich ganz allein auf einer der vielen Bänke und geniesse die völlige Ruhe, die dieser Ort ausstrahlt.

Nach 18.00 komme ich zum Zimmer zurück und mache mich etwas frisch, warte nun aufs Apéro 18h30. Alle Mädels sind fröhlich und gut drauf. Dann gibt es ein schönes Abendessen, wir werden mit Spezialitäten verwöhnt.

Zur späteren Stunde – nach 21h00 – schlägt Renate noch vor, einen Absacker trinken zu gehen. Warum nicht, ich bin dabei. Wir laufen im Dorf herum, es gibt ein Festzelt mit Musik – es ist laut dort und wirkt nicht besonders gemütlich. Das Golfhotel hat noch auf und besitzt eine schöne Bar. Wir fassen unser Mut zusammen und gehen rein. Selbstverständlich geben sie uns noch etwas zu trinken! Wir wählen Vieille prune, Bailey’s auf Eis, Bier, egal. Toll hier in diesem 4 Sterne Lokal.

Dann gegen 22.30 gehen wir ins Bett. Morgen müssen wir nicht früh aufstehn. Neun ist der Treffpunkt zum Frühstück. Katharina und ich stehen kurz nach 8 auf. Es ist dunkel draussen und regnerisch. Vielleicht wird es noch besser, abwarten.

Das Frühstück ist reichhaltig und schön. Wir beschliessen, erst gegen 10.30 weg zu gehen, es regnet leicht.

Wir marschieren los Richtung Bettmeralp. Mist, der Regen wird immer stärker. Nach 11 suchen wir Schutz unter einem Dachvorsprung, Renate und Ruth gehen zur Touristinfo und wollen sehen, was wir weiter tun sollen. Eins ist klar, der Tag wird hier in den Alpen nix mehr, es donnert und blitzt sogar.

Dann beschliessen wir zur Gondel zurückzugehen und den Zug zu nehmen. Es ist jetzt Mittag. Wir werden einfach eine schöne Zugfahrt heute machen! Wandern ist nicht mehr drin. So schade, aber nun, machen wir das Beste draus.

Ich weiss schon gar nicht mehr, wo wir überall fahren, Gotthard, Rheingletscher, Vierwaldstättersee, Bern, ab und zu steigen wir um. Ruth hat das bestens im Griff. Es regnet die ganze Zeit.

Am Nachmittag erreichen wir Zürich,  ich will nach Hause zurück. Manche wollen nach Hause, aber meine hartgesottenen Freundinnen wollen noch in Schaffhuse beim Schwarzen Adler essen gehen.

18h30 komme ich in Gächlingen zurück. Es war eine tolle Reise trotz aller Widrigkeiten und nächstes Jahr werde ich wieder dabei sein.

Ich danke Euch fürs Zuhören.

 

Marie-José Otten